Schon bald stehen die jährlichen Schwedenferien wieder vor der Tür. Nach der eher peinlichen Schreib-Flaute der letzten Monate nehme ich dies auch dieses Jahr wieder zum Anlass, nicht nur meine Facebook-Seite vollzustopfen, sondern auch noch gleich einige subjektiv-fundierte Analysen meiner Befindlichkeit in Bezug auf die schwedisch-schweizerischen Kultur- und Mentalitätsunterschiede zu schreiben. All ihr meine Tausenden von Fans rund um den Erdabll: Ihr dürft Euch also auf ein paar neue Schreib-Ergüsse freuen.
Seite einigen Jahren feiern wir mit unseren Kindern und einigen befreundeten schwedischen Familien (bzw. Schweizer Männern, die mit Schwedinnen verheiratet sind…) eine traditionelle Schwedenweihnacht. Im Zentrum steht natürlich das Schwedische Weihnachtsbuffet “Julbordet“. Aber auch andere, vielleicht eher familiäre Sitten führen wir weiter: Wir singen Schwedische Weihnachtslieder (die meist viel fröhlicher sind als deutsche) und natürlich weihnächtlich angehauchte Trinklieder, spielen “Fiskdamm” nur um den Baum tanzen wir aus Platzgründen nicht mehr (haben wir aber auch schon gemacht). Die Idee dabei ist, dass unsere Kinder, auch wenn sie nur selten direkt in Schweden Weihnachten feiern können, doch das eine oder andere Spezielle an der Schwedischen Weihnacht kennenlernen.
Leider können wir dieses Jahr die traditionelle Schwedenweihnacht wegen verschiedener Terminkollisionen nicht im Advent feiern. Deshalb haben wir uns kurzum entschlossen, Statt Weihnachten halt “Tjugondag Knut” zu feiern, also den zwanzigsten Tag nach Weihnachten. Ein Feiertag, der bei uns schon lange in Vergessenheit geraten ist. Nur die gute alte IKEA verleiht diesem Feiertag ein neues Gesicht…
Nachdem die Livecam von Wasadata zwar immer noch in allen Listings von Livecams aufgeführt wird, aber offenbar schon lange lange mausetot ist, habe ich nun endlich wieder eine Livecam von Vadstena gefunden. Zwar nicht die allertollste Aussicht, aber wenigstens sieht man so, was die für Wetter haben…
http://www.webbkameror.se/webbkameror/vadstena/index.php
PS: Hm – es ist 16.30 Uhr und die haben schon wieder zappenduster…
Mittlerweile hat sich der Freitag abend bei uns wie schon in so manchem Schwedischen Haushalt als DER geheiligte Fernsehabend etabliert. Noch vor wenigen Wochen war dieses Zeitfenster von Freitag 20.00 bis etwas 21.00 fest für “SF bi de Lüt” reserviert. Doch mit der abnehmenden Bildschirmpräsenz von Nick Hartmann und dem Ende der Landfrauen-Staffel hat auch die Sehertreue unserer Kinder, vorallem unserer Tochter, rapide abgenommen.
In der Zwischenzeit hat sich “På spåret” fest in unser Programm genietet. Mit den 2 neuen Moderatoren, Fredrik Lindström (bekannt aus der schon fast legendären Serie “Världens modernaste land”) und Kristian Luuk (“Melodiefestivalen“) hat die Sendung neuen Wind und neuen Schalk.
Doch der Höhepunkt kommt erst wieder gegen Ende Winter mit “Så ska det låta“. Diese Sendung setzt in Bezug auf Sehertreue und Einschaltquoten in Schweden Masstäbe und trug wesentlich dazu bei, dass heute der Freitag Abend die unumstrittene Primetime der Sendezeiten ist und dem klassischen Samstagabendformat längst den Rang abgelaufen hat.
Wir jedenfalls freuen und schon wieder auf Peter Settman und seine neuen zwei Pianistinnen.
Da geht mir jeweils der Hut hoch…
Da kommen mehr oder weniger Vermögende oder Erben und renovieren die vom Verfall bedrohten Rustici im Tessin. Sie erhalten die Dorfbilder (zumindest im Grundsatz), sorgen mit Ihren Bauaufträgen für Arbeitsplätze in der Region und bringen so auch Geld in eine nicht gerade verwöhnte Gegend der Schweiz. Investitionsbereitschaft, auch oder gerade in schwierigen Zeiten, sollte Vorbildwirkung haben.
Und einige (tschuldigung für den Ausdruck, aber manchmal muss es sein…) Vollidioten in Bern und Ihre abhängigen Lakaien im Tessin, die sich (gegen was für Gegengeschäfte auch immer) unter Druck setzen lassen, wissen nichts besseres als ihnen Steine in den Weg und Knüppel zwischen die Beine zu werfen. Ein geerbtes und während Jahren und unter Aufbringung einigen Kapitals vollständig renoviertes Rustico einfach wieder abreissen zu lassen, nur weil es einigen Bestimmungen nicht genügt? Ich bitte Euch! Was soll das? Ganz besonders dann, wenn ja auch die Verwaltung im Tessin während Jahren diesen Entwicklungen zugesehen hat (und recht hatten sie damit!) und damit auch Mitverantwortung trägt. Baut fortan mit mehr Umsicht und von mir aus auch mit Auflagen und Kontrollen (niemand will Wildwuchs). Aber lasst diese Rustici stehen! Straffrei!
Lasst Doch endlich wieder einmal die Vernunft und den gesunden Menschenverstand walten, Ihr wirtschaftsfeindlichen Paragrafenreiter in den Bundesämtern, Ihr!
http://www.videoportal.sf.tv/video?id=7f5fbede-00c9-4b71-a003-338baa1a4c8e
In Anbetracht der Anstrengungen, das Rauchverbot in den unterschiedlichen Ausprägungen in den Kantonen durchzusetzen, den steigenden Gesundheitskosten und der allgemeinen politischen Stimmung in Bezug auf Alkohol und Tabakwaren ziemlich verständlich, dass der Bundesrat eine Legalisierung des Snus-Handels in der Schweiz in den nächsten Jahren nicht in Betracht zieht.
http://www.solothurnerzeitung.ch/schweiz/snus-legalisierung-wasserfallen-krebst-zurueck-100522975
Dann muss halt auch ich den Stoff weiterhin online in Schweden bestellen…
Zurück aus den Ferien in Südfrankreich (ja, auch wir fahren mal woanders hin…) erst mal einen amüsanten Betirag zu schwedischen Klischees gelesen:
http://blog.schwedenstube.de/alle-schweden-fahren-volvos-%E2%80%93-teil-i/
Als Vater einer bald-Teenie-Tochter macht man sich so Gedanken zu aussagen wie “Ich finde mich nicht hübsch…” und das damit zusammenhängende Selbstwertgefühl und die verzerrte Wahrnehmung von echter Schönheit. Da kommt die Aktion von Dove gerade recht…
http://initiativefuerwahreschoenheit.de/
Ich bin übrigens auch nicht hübsch. Aber habt Ihr gewusst, dass ich ein Held bin?
Meine beiden Schwager liessen micht dieses Jahr bei unserer Kräftskiva am Lorensee ganz fein durch die Blume spüren, dass ich mich immer ein wenig (zu) kritisch gegenüber Schweden, dem System oder anderen skandinavischen Phänomenen äussere. Deshalb habe ich mir neu zu Herzen genommen, auch die guten Seiten von Schweden (deren es Massnnhaft hat!) stärker hervorzuheben. Als Anfang dieser Beitrag:
In Schweden wohnen wir jeweils fast direkt am Vätternsee. Vom steinbewehrten Ufer trennt uns jeweils nur ein kleiner Park mit hohen Linden und feinem Rasen. An sonnigen Tagen versammelln sich dort schnell einmal einige Dutzend Familien, Pärchen und kleine Gruppen junger Leute zum gemeinsamen Sonnenbad, schwimmen und BBQ-Happening oder einer Pizza aus der nahelgelegenen Pizzeria Vadstena.
Dieses Jahr ist mir folgendes aufgefallen: Bei uns in der Schweiz gäbe es in diesem Städchen ziemlich schnell ein öffentliches Schwimm- bzw. Seebad. Dort könnte man dann unter der strengen Aufsicht eines Bademeisters nach dem Umziehen in der geschlechtergetrennten Garderobe in geregeltem Masse seinen Ranzen oder seine Hängebrüste sünnelen oder im dafür vorgesehenen Areal einen Taucher ins kühle Nass wagen. Das Ganze, wenn man Schwein hat, mit nur sehr wenig Eintritt, weil die Infrastruktur und das Personal kostet schliesslich auch. BBQ oder die spontane Pizza müsste man halt dann vergessen, weil es in der Badi-Beiz nur mufige Pommes oder höchstens man einen Hamburger oder einen Hot Dog gibt.
Da lobe ich mir dich die skandinavische Freiheit. geht doch baden, wann und wie Ihr Lust habt! Umziehen mitten im Park? Ist doch kein Problem! Ein Schniedelchen haben doch schliesslich schon alle mal gesehen, oder? Ausserdem kann man da ja noch das Handtuch zu Hilfe nehmen. Oder zieh Dich einfach zuhause um und komm einfach nur mit Handtuch bewaffnet her.
Ich habe sogar öfters schon ältere Damen im Bademantel auf dem Fahrrad vom Strand nach Hause radeln sehen. unbezahlbar!
Recent Comments