Die Schweden haben so eine lästige Eigenart, nämlich dass sie im allgemeinen keine Befehle formulieren. Das heisst natürlich nicht, dass sie nicht trotzdem Befehle erteilen. Sie tönen nur einfach nicht so wie wir sie uns gewöhnt sind. Nämlich so mit etwas erhobener Stimme, den klassischen germanischen Imperativ, der unverkennbaren Statzstellung, gelegentlich einem beifälligen “bitte” irgendwo im Satz und einem detlichen Ausrufezeichen am Schluss. Ganz im Gegenzteil verkleiden sich diese Mistdinger ganz geschickt. Also genauer gesagt die Schweden verkleiden sie. Oder besser, sie tarnen sie.
Ein Schwedischer Befehl tönt dann eher wie eine unverbindliche Anfrage. So ein freundliches nachfragen. Wie nach der Befindlichkeit. Eigentlich ist es mehr ein einholen einer Auskunft danach, ob etwas möglicherweise schon erledigt sei, mit einem Unterton, der einem weismacht, dass im Falle eines nichteintretens natürlich gerne bereit wäre, dieselbe Tätigkeit gerne selbst auszuführen: “Är tvätten redan i maskinen (Ist die Wäsche schon in der Maschine)?”.
Noch fieser und deshalb noch häufiger ist jedoch die Tarnung eines Befehls als erfreuliche Mitteilung einer unerwarteten Erlaubnis: “Du får gärna städa ditt rum idag (Du darfst heute gerne Dein Zimmer aufräumen)”. Tönt wie die bescheidene Mitteilung eines unerwarteten Lottogewinns – ist aber der typische getarnte schwedisch-kategorische Imperativ mit Strafandrohung im Unterlassungsfall…
September 13th, 2007 at 18:03
Würdest du deiner Frau die Wünsche von den Augen ablesen, müsste sie sich nicht so anstellen … hihihi