Meine beiden Schwager liessen micht dieses Jahr bei unserer Kräftskiva am Lorensee ganz fein durch die Blume spüren, dass ich mich immer ein wenig (zu) kritisch gegenüber Schweden, dem System oder anderen skandinavischen Phänomenen äussere. Deshalb habe ich mir neu zu Herzen genommen, auch die guten Seiten von Schweden (deren es Massnnhaft hat!) stärker hervorzuheben. Als Anfang dieser Beitrag:
In Schweden wohnen wir jeweils fast direkt am Vätternsee. Vom steinbewehrten Ufer trennt uns jeweils nur ein kleiner Park mit hohen Linden und feinem Rasen. An sonnigen Tagen versammelln sich dort schnell einmal einige Dutzend Familien, Pärchen und kleine Gruppen junger Leute zum gemeinsamen Sonnenbad, schwimmen und BBQ-Happening oder einer Pizza aus der nahelgelegenen Pizzeria Vadstena.
Dieses Jahr ist mir folgendes aufgefallen: Bei uns in der Schweiz gäbe es in diesem Städchen ziemlich schnell ein öffentliches Schwimm- bzw. Seebad. Dort könnte man dann unter der strengen Aufsicht eines Bademeisters nach dem Umziehen in der geschlechtergetrennten Garderobe in geregeltem Masse seinen Ranzen oder seine Hängebrüste sünnelen oder im dafür vorgesehenen Areal einen Taucher ins kühle Nass wagen. Das Ganze, wenn man Schwein hat, mit nur sehr wenig Eintritt, weil die Infrastruktur und das Personal kostet schliesslich auch. BBQ oder die spontane Pizza müsste man halt dann vergessen, weil es in der Badi-Beiz nur mufige Pommes oder höchstens man einen Hamburger oder einen Hot Dog gibt.
Da lobe ich mir dich die skandinavische Freiheit. geht doch baden, wann und wie Ihr Lust habt! Umziehen mitten im Park? Ist doch kein Problem! Ein Schniedelchen haben doch schliesslich schon alle mal gesehen, oder? Ausserdem kann man da ja noch das Handtuch zu Hilfe nehmen. Oder zieh Dich einfach zuhause um und komm einfach nur mit Handtuch bewaffnet her.
Ich habe sogar öfters schon ältere Damen im Bademantel auf dem Fahrrad vom Strand nach Hause radeln sehen. unbezahlbar!
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