Nov 02

Kürzlich habe ich an einer FdP-Informationsveranstaltung zur Initiative zur Förderung der KMU im Kanton Solothurn teilgenommen. Eine gute Veranstaltung. Aber das wirklich befruchtende lief bei mir drin ab.

Seit einigen jahren mühe ich mich mit KV-Auszubildenden im 3. Lehrjahr mit ihrer SA (Selbständige Arbeit) ab. Dabei dürfen diese in Kleingruppen jeweils ein eigenes Thema wählen, welches im weitesten Sinne einen Zusammenhang zu wirtschaftlichen Problemstellungen hat und darüber eine 12-Seitige Arbeit schreiben. Die Arbeit ist ein wichtiger Teil der LAP (Lehrabschluss-Prüfung).

Das grösste Problem dabei ist jedoch immer wieder die Themenfindung. Einerseits stehen den Lehrlingen die bereits geschriebenen SAs der letzten Jahre und die eigene mangelnde Fantasie im Weg, auf der anderen Seite frustriert oft der Anspruch an die wirtschaftliche Thematik. Allzu oft werden allgemeine gesellschaftspolitische Themen gewählt, welchen immer irgend ein andenhaarenherbeigerissener wirtschaftlicher Zusammenhang in den Vordergrund gedrückt werden kann. Ein wachsendes Problem und jährlich wiederkehrendes Thema der Fachschaftssitzungen.

Genau vor der gleichen Herausforderung stand ich auch dieses Jahr mit meiner Abschlussklasse. Doch plötzlich tat sich ein ganz neues Themenfeld auf: Der Businessplan!

Man nehme eine (möglichst originelle, ausgefallene) Geschäftsidee und prüfe sie auf rentabilität. Das Instrument dazu ist der (vereinfachte) Businesplan. Damit schlägt man gleich zwei Fiegen:

  • Ein ganz neues Feld von Themenmöglichkeiten wird geöffnet und der wirtschaftliche Kontext ist von Anfang an gegeben.
  • Die Auszubildenden werden erstmals an den Gedanken der Selbständigkeit herangeführt.

Dabei muss man sich vergegenwärtigen, dass am KV noch immer die Unternehmer von morgen ausgebildet werden. Natürlich wird jetzt nicht aus jedem/r KV-Absolvent/in ein/e Unternehmer/in* aber ich bin der festen Überzeugung, dass vielleicht beim einen oder anderen hier eine Tür aufgestossen wird, Hemmschwellen abgebaut und Wege aufgezeigt werden.

Also: Ab sofort sollten SAs in der Form eines vereinfachten Businessplans für eine eigenständige Geschäftsidee geschrieben werden.

Wäre jetzt natürlich schön, wenn man auch Institutionen zur Unterstützung dieser Idee gewinnen könnte. Beispielsweise könnte ein Gründerzentrum eine unterstützende Funktion übernehmen, indem Informationen vermittelt werden oder sogar deren Mithilfe bei der qualitativen Beurteilung der Arbeiten in Anspruch genommen werden könnte. Auch Wirtschafts- und Handelskammern könnte man sicherlich für diese Idee begeistern.

Irgend jemand noch weitere kreative Ideen?

*) ab sofort gilt die männliche Form auch immer für die weibliche – ich mach mich doch nicht zum Schreibaffen hier…

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Jun 10

Endlich bewegt sich mal was auf dem Lande.

Schon vor ein paar Jahren habe ich mal die GV der FdP-Ortspartei in Lohn-Ammannsegg besucht und war bitter enttäuscht. Haupttraktanden waren damals die gesellschaftlichen Anlässe (Buurezmorge, Jassabend usw.), die Rechnung und die Verabschiedung der Präsidentin. Alles berechtigt, klar. Aber wer da etwas politische Diskussion erwartet hatte wurde staunend zurückgelassen. Denn ausser der GV gibt es auch sonst keinen einzigen Anlass der führenden Ortspartei, an welchem man sich als Dorfbewohner in die politische Entwicklung einbringen könnte. Auch nach nachfragen bei einigen Exponenten der Partei herrschte Ratlosigkeit. Es passiert einfach nichts. Funkstille. Und in der Dorfzeitung kann man dann so nachlesen, was entschieden wurde oder worüber grad (irgendwo – werweisswonurnichtich) im Dorf diskutiert wird.

Ich muss einfach annehmen, dass es da wahrscheinlich irgendwo einen Geheimbund von einheimischen Ureinwohnern und einflussreichen Zugezogenen gibt. Die machen das dann untereinander aus und schreiben nachher einen Bericht in der Dorfzeitung.

Und jetzt kommt da dieser zugezogene, kaum richtig 40ig jährige Markus Sieber, der die Dorfpolitik aufmischen will. Erlaubt der sich doch als Wengianer (und demzufolge anzunehmender Erzliberaler) auf der SP-Liste als Parteiloser für den Gemeinderat zu kandidieren und wird auch noch gewählt! Frechheit!

Und jetzt kommt der Gipfel: Der kandidiert auch noch für den Gemeindepräsi! Und macht richtigen Wahlkampf! Zwar brav und lieb und mit wenig politischen Argumenten, aber sympatisch. Mit Wasserflaschen für die schweissgeplagten Dorfturnerinnen und Znünis für die leidgeprüften Lohn-Bern-Pendler. Plakate und Flyer im Dorf noch und noch.

Ich jedenfalls wünsche dem Kusi alles Gute. Auch wenns nicht für den Gemeindepräsi reichen sollte, so hats doch hoffentlich ein paar aus dem Sessel gerüttelt. Dann dürfen vielleicht plötzlich noch mehr mitreden als nur ein paar Oligarchen…

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