Jul 18

Schon bald stehen die jährlichen Schwedenferien wieder vor der Tür. Nach der eher peinlichen Schreib-Flaute der letzten Monate nehme ich dies auch dieses Jahr wieder zum Anlass, nicht nur meine Facebook-Seite vollzustopfen, sondern auch noch gleich einige subjektiv-fundierte Analysen meiner Befindlichkeit in Bezug auf die schwedisch-schweizerischen Kultur- und Mentalitätsunterschiede zu schreiben. All ihr meine Tausenden von Fans rund um den Erdabll: Ihr dürft Euch also auf ein paar neue Schreib-Ergüsse freuen.

Aug 16

Hier ein paar Bilder von usneren Schweden-Ferien 2010

Jul 13

Na ja, diejenigen, welche meinen letztjährigen Bericht über die Vätternüberquerung gelesen haben, werden schmunzeln…

Morfar hat sein knackiges Segelboot verkauft. Zu viel Arbeit sagt er, und zum segeln sei er ohnehin zu wenig gekommen.

:-( (

Na dann gibt’s halt dieses Jahr keine Berichte von Stürmen und Seekranken Landratten…

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Jul 02

Hier im Büro herrschen satte 31.5° Celsius – steigend.

doch unaufhaltsam rückt Schweden jeden Tag ein stück näher. Dieses jahr geht’s wieder mit Air Berlin in den Norden. Die Flugzeiten ab Zürich sind bedeutend flexibler geworden. Mittlerweile gehen 3 Verbindungen täglich nach Göteborg und man muss nicht mehr in aller Herrgottsfrühe auf den Zug um rechtzeitig (Check-In 3/4 Stunden vor Abflug!) auf dem Flieger zu sein.

Aber das Beste: Der Flug geht nicht mehr nach Göteborg City Airport sondern neu nach Göteborg Landvetter! Nach meinem letztjährigen Debakel (welches Air Berlin wohl mehr gekostet hat, als sie an meiner ganzen Familie verdient hatten) ein echter Pluspunkt. Ausserdem liegt der Flugplatz näher unserer Destination Vadstena und verfügt über eine direkte Busverbindung mit Swebus nach Ödeshög oder Mjölby.

Übrigens: Wenn Ihr nach Swebus-Verbindungen ab Göteborg Landvetter sucht: bei Swebus nicht nach “Göteborg” suchen – sondern nach “Landvetter”!  ;-)

Ausserdem werde ich dann aus den Ferien wieder viel regelmässig berichten. so etwas jeden zweiten tag, hoffe ich.

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Oct 12

Nach einer Woche vollgestopft mit Europapark, Sea Life Konstanz und Ravensburger Spieleland endlich zurück im Büro um mein Hirn wieder neu zo booten!

Übrigens ist das Hotel Obertor in Ravensburg für das Arrangement “Kindheitstraum” (…!) sehr zu empfehlen!

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Aug 09

Na ja, ich kanns mir nicht verkneifen. es muss noch ein letzter Teil in meine Trilogie über Badezimmer in Schweden. Diesmal zwar keine Episode über Raumenge und IKEA-Philosophie, dafür über Historie.

Mårten Skinnare war als Kaufmann im 16. Jahrhundert einer der reichsten Schweden überhaupt. Es finanzierte einen grossteil der Feldzüge von König Gustav Vasa, natürlich nur um im Gegenzug die Schürfrechte an wichtigen Silber- und Kupferminen zu erhalten. Er gilt auch als Gründervater des Birgitta-Krankenhauses in Vadstena. Dieser clevere Neureiche baute sich in Vadstena ein Haus, welches seinesgleichen in derjenigen Zeit sucht, eben Mårten Skinnares Hus.

2009-07 Sverige_ 099In diesem Haus befindet sich eine der ältesten erhaltenen Toiletten Schwedens und somit auch (Zitat Tourist-Office) eine der meist-fotografierten Toiletten Schwedens. Tatsächlich macht der kleine Touristen-Bimmelzug extra einen kleinen Umweg, um an der Toilette vorbeifahren zu können

Mårten war überzeugter Katholik. Das war sein Fehler. Er fiel beim Reformatoren-König Gustav Vasa in Ungnade. Und damit wars auch vorbei mit vielen seiner Privilegien.

Links:

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Aug 04

Hier nochmals ein einzigartiges Exemplar einer fantasievollen Dusche: Die Platzverhältnisse in der Einzimmerwohnung, welche mein Schwiegervater vermietet (übrigens auch gerne an Touristen…!) lassen die parallele Existienz einer Dusche, einer Toilette und eines Handwaschbeckens einfach nicht zu.

Die Lösung: Das Handwaschbecken ist an einer schwenkbaren Wand angebracht. Der Wasserhahn ist gleichzeitig auch Duschbrause.Will man Duschen, entriegelt man einfach die schwenkbare Wand und schwenkt sie nach innen. Eine Aussparung schiebt sich über die Kloschüssel und der Wasserhahn wird versetzt. Jetzt nur noch die Türe zu und fertig ist die Duschkabine!

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Vergleiche auch: http://www.willyweb.ch/blog/2009/08/fantasievolle-badezimmer/

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Aug 03

Bio nennt sich in Schweden ein Kino. Abkürzung für “Biograf“. Und genau dort war ich heute mit meinen zwei Kidz. Für Ida schon fast Routine, sie ist ja im Kinderfilmclub “Zauberlaterne“. Eskil (4) ist zum ersten Mal im Kino. Ice Age 3. Und es kam wie es kommen musste. Eskil verbringt den Nachmittag auf meinem Schoss, die Hälfte der Zeit die Hände vor den Augen. Und dann nach dem Film den Macker spielen – das passt!

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Aug 02

Schwedische “Stugor” (ausgesprochen “Stügur”), also Sommerhäuser, Hütten, Ferienhäuser, Bungalows oder wie wir sie immer nennen wollen, sind in der Regel recht eng und nutzen jeden cm2 konsequent aus. Möglicherweise hat das auch mit der Marketingidee des Platzausnützens bei IKEA zu tun.

Wo der Mensch aus der Funktion und dem individuellen Körpervolumen gegeben recht viel Platz braucht, in den Stugor jedoch in der Regel recht wenig zugeteilt ist, ist das Badezimmer. Die Schwedischen Nasszellen sind grundsätzlich nicht mit dem Standard in der Schweiz oder in weiten Teilen Deutschlands zu vergleichen. Die in der Schweiz standardisierten sogenannten “Duschtassen“, also die emailierten Wannen mit verchromtem Abfluss, sind gänzlich unbkannt oder zumindest sehr selten. Meist ist einfach der Boden mit einem wasserdichten PVC-Boden ausgekleidet und einem Plastik-vergitterten grossflächigen Abfluss versehen. Der Boden ist zum Abfluss hin dann leicht abgesenkt, manchmal ist auch eine leichte Vertiefung festzustellen. In vielen Fällen ist die Dusche dann doch mit einem Vorhang eingekleidet, um die schwerwiegendsten Spritzschäden zu vermeiden.

Doch nun zur Toilette. Die spielt im Badzimmer-Konzert die letzte Geige. Und so erlebte ich es auch in einer verhältnismässig grosszügigen Stuga in Granvik. Die Toilette ist so verschämt in die Ecke gestellt, dass es sich schlicht nicht rechterellenbogenschmerzfrei setzen lässt. Sitzt man jedoch endlich, ist man so sicher in Abrahams Schoss wie in einem Formel1-Sitz.

IMAG0053Einzigartig dabei ist, dass ich während der körperlichen Versäuberung ohne mir einen einzigen Wirbel auszuränken oder die halbe Rolle abzurollen und mir unter die Nase zu führen brauche, problemlos die Anzahl Löcher, welche für eine saubere Klopapieperforation notwendig sind, auszählen kann. Es sind 47. Wenigstens bei Schwedischem Standard-Ökopapier.

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Jul 30

Na ja, ein wenig wolkig wars schon als wir ablegten. 15 Seemeilen vor uns und kaum eine hinter uns schloss ich die Wolkendecke und ein deftiger Wind kommt auf. Wir messen 20 Knoten Wind (ca. 10 m/s) und freuen uns auf eine steife Brise und Top-Segelwetter. Tja, 1-2 m Wellen gehören halt auch dazu und dass es einer Alltags-Landratte dabei nicht immer ganz gut geht bringen die so mit sich.

5 Seemeilen später beginnt es zu regnen. Glücklicherweise hat Good Old WillyWeb sein GPS programmiert. Und das zeigt ja den Weg so schön mit einem grossen Pfeil. weitere 3 Seemeilen später sehen wir durch den feinen Landregen DIE WAND auf uns zukommen. Leichte Donner hatten wir schön früher gehört und professionell ignoriert. Nun aber als die Blitze keine 2 Seemeilen vor uns ins Wasser schlagen wurd uns schon mulmig. Und da ist sie, die Wand. Hagel würde ich es zwar nicht direkt nennen, aber nach nur 1 Minute waren Morfar und ich bis auf die Unterhosen durchnässt. Das Thermometer sinkt von 21 auf knapp 15 Grad. Zwar schlägt der Blitz nicht in unseren Mast, dafür gleich über unseren Köpfen im Himmel zusammen.

Kaum ist die erste Wand durchfahren und wir sehen endlich wieder Land kommt die zweite Wand und wir verabschieden und zumindest visuell wieder von der Küste. Die Segel werden endgültig alle gerafft. Mein GPS zeigt unmissverständlich nach Steuerbord doch Mofrar bringt seine ganze Erfahrung als Seebär ein und weiss, dass sich sein Seefahrer-Instinkt NIE täuscht. Nach 2 Seemeilen zu weit nach Süden lässt sich auch Morfar überzeugen, dass wir am Ziel vorbeigefahren sind und wir gehorchen dem kleinen gelben Garmin etrex demütig.

RRRumms! und nochmals rrums! 4 Mal laufen wir auf Steingrund auf und erst später sehen wir auf der Seekarte dass da tatsächlich auf 1.5 m ein Fels liegt. Seekartenstudium ist nicht des Kapitäns Sache… Macht nichts – wir sind immer noch voll beschäftigt mit dem zweiten Gewitter.

Nach einem kurzen Panik-Telefongespräch mit Land fassen wir neuen Mut und nehmen die letzten Meilen in Angriff. So schnell haben wir nach anlegen wohl noch nie die Segel verpackt und verzurrt. Noch auf dem Boot einen Sieges-Whisky, Kleider trocknen, und dann ein Bier in die nasse Seele geschüttet.

Da sind wir hingesegelt: Google Maps

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