Aug 04

Schweden gilt in der ganzen Welt als hoch engagiert in Sachen Umweltschutz. Auch in vielen anderen Bereichen wird Schweden stets mit den ersten Nationen genannt, wenn es um öffentliche Verantwortgung geht (Gleichstellung von Mann und Frau, Behindertengleichstellung, Schulsystem etc.). Doch immer mehr habe ich das Gefühl, es handelt sich hierbei ‘nur’ um die sog. öffentliche Verantwortung (public responsability). Also das, was das System (Regierung) erdenkt und vorschreibt. Tatsächlich mangelt es in Schweden nicht an öffentlichen Personen, welche Stellung beziehen und sich für eine Sache, bleiben wir beim Umweltschutz, einsetzen.

Und dann kommt ab und zu wieder das tägliche Erwachen. Wo es wirklich fehlt hier ist (zumindest bei einigen) bei der persönlichen Verantwortung. Im Gegensatz zu anderen Ländern (z.B. Deutschland oder der Schweiz) sehe ich hier oft und immer wieder Leute, die sich einen Deut um die Umwelt scheren – und zwar im ganz kleinen. Wenn man beispielsweise – wie eben beobachtet – bei einem Park unter Linden parkiert ist das noch das eine. Dass man dann aber, nur weil es schon spät ist und niemand zuschaut, einfach quer über den Rasen das Auto wendet um wegzufahren, wo doch das Einlegen eines Rückwärtsganges viel respektvoller gewesen wäre aber eben eine Handbewegung mehr benötigt hätte, verursacht doch immer wieder Kopfschütteln bei mir.

Da ist mir die persönliche, individuelle Verantwortung dann doch lieber.

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Jun 18

Zattoo hat SVT1, SVT2 und TV4 im Angebot. Kann man die eigentlich von der Schweiz aus auch reinbekommen? Hmm… mal fragen…

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May 08

Scheisse… langsam fängt sogar mir das Schwedische Fernsehen zu fehlen…! Kein traditioneller Freitag Abend mit “Så ska det låta” mehr! dann muss halt SVT24 am Samstag Nacht dran glauben und uns unsere Lieblingssendung reinstrahlen!

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Aug 21

Die Schweden haben so eine lästige Eigenart, nämlich dass sie im allgemeinen keine Befehle formulieren. Das heisst natürlich nicht, dass sie nicht trotzdem Befehle erteilen. Sie tönen nur einfach nicht so wie wir sie uns gewöhnt sind. Nämlich so mit etwas erhobener Stimme, den klassischen germanischen Imperativ, der unverkennbaren Statzstellung, gelegentlich einem beifälligen “bitte” irgendwo im Satz und einem detlichen Ausrufezeichen am Schluss. Ganz im Gegenzteil verkleiden sich diese Mistdinger ganz geschickt. Also genauer gesagt die Schweden verkleiden sie. Oder besser, sie tarnen sie.

Ein Schwedischer Befehl tönt dann eher wie eine unverbindliche Anfrage. So ein freundliches nachfragen. Wie nach der Befindlichkeit. Eigentlich ist es mehr ein einholen einer Auskunft danach, ob etwas möglicherweise schon erledigt sei, mit einem Unterton, der einem weismacht, dass im Falle eines nichteintretens natürlich gerne bereit wäre, dieselbe Tätigkeit gerne selbst auszuführen: “Är tvätten redan i maskinen (Ist die Wäsche schon in der Maschine)?”.

Noch fieser und deshalb noch häufiger ist jedoch die Tarnung eines Befehls als erfreuliche Mitteilung einer unerwarteten Erlaubnis: “Du får gärna städa ditt rum idag (Du darfst heute gerne Dein Zimmer aufräumen)”. Tönt wie die bescheidene Mitteilung eines unerwarteten Lottogewinns – ist aber der typische getarnte schwedisch-kategorische Imperativ mit Strafandrohung im Unterlassungsfall…

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Jul 17

Eine ganz Schwedenfreie Woche habe ich hinter mir. Die Kinder und Anna sind 10 Tage im Norden und ich halte die Stellung in good old Switzerland. Deshalb keine Ereignisse, Auffälligkeiten oder andere bemerkenswerte Notizen. Bis nach den Ferien!

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Jun 25

Am Freitag Nachmittag fand auf dem Berner Bundesplatz eine echtes Schwedisches Mittsommerfest (Mittsommar) statt. Die Sponsoren waren echt der Hammer: IKEA und Volvo! Besonders ulkig war der Gag von IKEA: Die gesamte Festbestuhlung (ich schätze mal so gegen 150 Tische und jeweils Stühle dazu) konnten die Besucher nach dem Fest mit nach Hause nehmen. Kam IKEA woh lbilliger, als zusammenzuräumen und nachher im Rampenverkauf zu verjubeln. Eine echt witzige und sympathische Geste. Besonders lustig war dann am Abend nach dem Fest, all die Leute in Bern hermlaufen zu sehen mit Tischen und Stühlen unter dem Arm… :-) ). Jetzt glauben wohl alle Schweizer, das sei eine besonders nette Schwedische Tradition zu Mittsommer, dass man beim Gastgeber das Mobiliar mitlaufen lassen kann.

Wir und die Kinder haben uns köstlich amüsiert. Vielen Dank an die Schwedische Botschaft in Bern und die Sponsoren, allen voran IKEA!

Jun 18

Nicht jedes Land (ausser vielleicht Deutschland) beschäftigt sich mit einer TV-Serie im staatlichen Fernsehen mit der eigenen Identität. Aus einem durchaus objektiven aber tendenziell eher kritischen Blickwinkel analysiert Fredrick Lindström die Eigenheiten der Bevölkerung Schwedens, deren Mentalität und deren Selbstverständnis. Dies wohl aus dem Grund, weill eine Verunsicherung der eigenen Bevölkerung in Bezug auf das eigene Bewusstsein durchaus spürbar ist. Nicht nur das bekannte “Jantelagen” liefert da seinen Beitrag. Schon der Titel der Sendung lässt diese Unsicherheit vermuten: “Världens modernaste land – men världens usäkraste folk?” (“Der Welt modernstes Land – aber der Welt unsicherstes Folk?”)

Für diejenigen, welche der Schwedischen Sprache mächtig sind übrigens ein absultes ‘must’! “Världens modernaste land” birgt einige wertvolle Schlüssel zur Schwedischen Kultur für all jene, welche nicht selbst dort geboren und aufgewachsen sind (wie ich), sowie ein paar echt sehenswerte selbstironische Einlagen, welche eben genau diese Eigenarten so schön aufs Korn nehmen.

May 30

Schon seit einigen Jahren empfangen wir Schwedisches Fernsehen. Ich wollte damals meiner geliebten Gattin eine Freude machen und den Kindern die Gelegenheit geben, die Sprache auch bei uns zu hause auf einem ansprechenden Niveau zu pflegen (na ja, wenigstens zu hören). Ich selbst hatte eher geringe Erwartungen. Ich dachte auch, dass wir dann so gelegentlich mal den Schwedischen einschalten oder ab und zu einfach mal vorbeizappen.

 

Falsch gedacht!

 

Seither erfahre ich fast täglich, dass sich bei uns ein schleichendes TV-Monopol eingenistet hat. Lümmle ich mich nach getaner Arbeit und zufrieden vom Büro, wo ich die letzten Einzahlungen an den Schwedischen Sat-Anbieter gemacht habe endlich ins Ecksofa ist die SAT-Fernbedienung fest in der Linken meiner Anna verankert. Der AV-Schalter an der TV-Fernbedienung schon lange betätigt und diese dann kunstvoll in einer Sofa-Falte vergraben (“oh – ich weiss auch nicht, wo die ist. Die hattest Du doch zuletzt…?”) bemerkt sie meine Ankunft im (ich dache immer) gemeinsamen Wohnzimmer nicht und starrt mit ernster Mine auf irgendeine schwedische Hering-Prominente (das Pendent zum schweizerischen Servelat-Prominenten) in einer allzu seriösen Talkshow (und von denen gibts tausende im SVT!).

 

Ich bin ausgebootet.

 

Und nach 10 Minuten teilnahmslosen knapp-neben-den-Fernseher-starren mache ich in unterwürfigem Ton den Versuch einer zaghaften Anfrage zu einem eventuellen Kanalwechsel. Die Reaktion ist immer dieselbe: Todesblick, TV-Tyrann…

May 24

hunger.jpg

Gefunden bei tjockis.de

Na ja – ist jetzt nicht unbedingt typisch Schwedisch, zeigt aber schon ein bisschen die Ambivalenz, die oft in der Schwedischen Kutur mitschwingt…

May 24

Da soll mal einer sagen, die Kids verstehen nichts von liguistisch-semantischer Steuerung der elterlichen Gewalt (hä?).

Also, das geht so: Mama zu Ida: “Snälla, kan du plocka undan dina leksaker här, är du snäll?” (‘könntest Du bitte Deine Spielsachen aufräumen?’). Ida: keine Reaktion. Mama: “Snälla, plock undan efter dig nu!” (‘Bitte, räum’ jetzt auf!’). Ida: Kein Wank. “Upp med dig i ditt rum!” (‘Ab in Dein Zimmer!’). Erste Befürchtungen werden wach, unsere Tochter könnte an einem plötzlichen Gehörsturz leiden oder aber einfach in einen akuten temporären Autisums verfallen sein. Papi: “Räum’ jetzt Deine Sachen auf, aber sofort!” Und siehe da – das hübsche kleine Ding bewegt sich plötzlich und wie von Geisterhand verschwinden alle Spielsachen fein säuberlich in der Kiste…

Zum Schutz meiner Tochter: Passiert nicht immer, nervt aber um so mehr!

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