Aug 09

Mein Schwager hat mich nach Jahren der Unkenntnis endlich updated was Schwedische TV-Comedyserien angeht.

Angefangen mit “Hipp Hipp” auf SVT. Der absolute KLassiker ist der “Schwedischkurs für Anfänger“. Ich lach mich tot. Allerdings nur lustig, wenn man selbst schon Schwedisch spricht…

Kvarteret Skatan“, ebenfalls auf SVT, ist eine der witzigsten und frechsten Serien. Legendär sind die Ausbrüche am gemeinsamen Abendessen der Freunde. Grenzt an die Qualität von “Little Britain” (jedoch natürlich nicht annähernd so frivol, direkt und unverschämt!) Trotzdem: Lachtränen garantiert!

Hjälp!” trumpft nicht nur seinerseits mit Unverschämtheiten auf, sondern glänzt mit einer einmaligen Grundidee: Alle Charaktäre sind in psychologischer Behandlung. Speziell lustig ist Örjan Lax, der ein Agressivitätsproblem hat. Ausserdem trupft “Hjälp!” auf mit der Schwedischen Komiker-Legende Robert Gustavsson und mit einigen Gastspielen des Hollywood-Stars Chevy Chase.

Eine halbe Nacht verbrachten mein Schwager und ich gemeinsam vor Youtube und haben uns leichte Zwerchfellzerrungen und eine chronische Tränensackdehydrierung geholt…!

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Aug 07

Fährt man bei uns in den Jurahöhen eine schmale, einspurige Kiesstrase entlang kann es passieren, dass man auf ein entgegenkommendes Fahrzeug trifft. Ein einfaches aneinander vorbeifahren ist dann oft nicht möglich. Deshalb gibt es extra für diesen Zweck Verbreiterungen der Strasse, bei welchen die Fahrzeuge dann problemlos passieren können. Beiuns in der Schweiz (und wohl auch in Deutschland) nennt man solche Verbreitungen “Ausweichstellen”. Man weicht als dem entgegenkommenden Fahrzeug aus.

Auch in Schweden gibt es zahlreiche schmale Kiesstrassen durch die endlosen Wälder. Auch in Schweden gibt es für den problemlosen Autoverkehr Verbreiterungen der Strasse. Diese sind sogar von weit her sichtbar markiert mit einem grossen “M”. M steht für “Mötesplats” und heisst übersetzt “Begegnungsplatz”.

Ist es nicht interessant, dass die Schweden sich bei solchen Gelegenheiten gern begegnen, währenddessen sich die Schweizer gerne ausweichen?

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Jul 27

Gemäss eines Artikels im Ösgöta Correspondenten (Corren) dauert es in Schweden zwischen dem Tod eines Menschen und dessen Bestattung im Schnitt ganze 23 Tage (!). In Linköping sei diese Frist mit nur (!) 21 Tagen etwas besser. Aus dem Artikel ist auch zu erfahren, dass bei Kremationen und einer Urnenbeisetzung mit weiteren 64 Tagen bis zur Bestattung zu rechnen ist. Insgesamt also rund 2 1/2 Monate!

Die Gründe für diese, für uns undenkbaren, Fristen sind offenbar unklar. Aus dem Erzbistum Uppsala ist jedenfalls in dieser Sache lediglich zu vernehmen, dass eine ganze Reihe von Gründen dafür verantwortlich sind: Bearbeitungsfristen bei den Bestattungsunternehmen, ebenso bei Svenska Kyrkan (Schwedische Kirche) sowie Wünsche und Anliegen der Angehörigen. Dies alles hat dazu geführt, dass heute sogar mit Wartefristen von bis zu 2 bis 3 Wochen zu rechnen ist.

Das führende Bestattugnsinstitut Fonus will nun sogar die Schwedische Kirche auffordern, auch an Samstagen Bestattungen durchzuführen. Nur scheint auch dies keine Lösung zu sein, denn Personalmangel sowohl bei Fonus als auch bei der Schwedischen Kirche scheinen hier enge Grenzen zu setzen.

Da hat mich natürlich interessiert, wie diese Situationeigentlich in der Schweiz ist. Ichhabe eine kurze Internet-Recherche gemacht und folgendes herausgefunden: Kanton Zürich (Bestattungsverordnung): maximal 96 Stunden nach dem Tod muss die Bestattung erfolgt sein. Ebenso Kanton Glarus (Bestattgungsverordnung). In Appenzell Innerrhoden 72 Stunden mit einer maximalen Verlängerungsfrist von weiteren 72 Stunden. Auch meine Gemeinde Lohn-Ammannsegg sieht eine maximale Frist von 4 Tagen vor.

Ich habe auch sonst zum Thema kurz im Internet nachgeforscht und beispielsweise eine heftige Diskussion um pesönliche Anliegen (Ferienplanung) und Konflikten zu Beisetzung und Abschiedsfeierlichkeiten festgestellt. Offenbar ein sehr sensibles Thema, zu welchem man sich ungern äussert aber offenbar gerne aus dem eigenen Leben verdrängt oder zumindest so lang als möglich vor sich hinschiebt. Wenn ich nur im privaten sehe, wie schwierig es rein terminlich ist, jemanden zum Essen einzuladen, wie schwierig soll es dann werden, eine ganze Familie innerhalb von Stunden(!) zusammenzutrommeln, nur weil ein einziges Familienmitglied es sich erfrecht hat, gerade 3 Tage vor Ferienbeginn dahinzuscheiden.

Letztendlich frage ich mich, was denn im Leben eines Menschen wichtiger ist, als Geburt, Liebe und Tod. Und dann eben auch der Abschied der Eigenen bei der Bestattung. Aber eben. “Zuerst fahren wir jetzt mal in die Ferien, dann ist noch der Grillabend mit den Nachbarn… und der Betriebsausflug, und in 4 Wochen begraben wir ihn dann…”

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Jul 19

Was wurde von deutschen Stand-Up Comedians nicht alles schon gelästert über die unsäglichen post-modernen Doppelnamen latino-hebro-hellenisch-germanischen Ursprungs, welche der 2000er-Generation (und teilweise schon als Vorreiter der Bewegung auch der 90er-Generation) strafeshalber verpasst wurde.

Endlich findet dieses Phänomen auch in der wissenschaftlichen Welt ihren entsprechenden Wiederklang: http://de.uncyclopedia.org/wiki/Kevinismus

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Jul 13

Na ja, diejenigen, welche meinen letztjährigen Bericht über die Vätternüberquerung gelesen haben, werden schmunzeln…

Morfar hat sein knackiges Segelboot verkauft. Zu viel Arbeit sagt er, und zum segeln sei er ohnehin zu wenig gekommen.

:-( (

Na dann gibt’s halt dieses Jahr keine Berichte von Stürmen und Seekranken Landratten…

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Jul 06

In Schweden kann man recht billig und einfach bei Tankstellen ein Auto mieten. Das machen wir mal dieses Jahr! Worauf muss man eigentlich achten, wenn man so ein Mietauto will?

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Jul 02

Hier im Büro herrschen satte 31.5° Celsius – steigend.

doch unaufhaltsam rückt Schweden jeden Tag ein stück näher. Dieses jahr geht’s wieder mit Air Berlin in den Norden. Die Flugzeiten ab Zürich sind bedeutend flexibler geworden. Mittlerweile gehen 3 Verbindungen täglich nach Göteborg und man muss nicht mehr in aller Herrgottsfrühe auf den Zug um rechtzeitig (Check-In 3/4 Stunden vor Abflug!) auf dem Flieger zu sein.

Aber das Beste: Der Flug geht nicht mehr nach Göteborg City Airport sondern neu nach Göteborg Landvetter! Nach meinem letztjährigen Debakel (welches Air Berlin wohl mehr gekostet hat, als sie an meiner ganzen Familie verdient hatten) ein echter Pluspunkt. Ausserdem liegt der Flugplatz näher unserer Destination Vadstena und verfügt über eine direkte Busverbindung mit Swebus nach Ödeshög oder Mjölby.

Übrigens: Wenn Ihr nach Swebus-Verbindungen ab Göteborg Landvetter sucht: bei Swebus nicht nach “Göteborg” suchen – sondern nach “Landvetter”!  ;-)

Ausserdem werde ich dann aus den Ferien wieder viel regelmässig berichten. so etwas jeden zweiten tag, hoffe ich.

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Jun 29

Vorgestern ist mir einer mitten in der Stadt mit einem SvFF (Svenska  Fotbollsförbundet) -Shirt begegnet. In meiner Irritation (weil ja Schweden bekanntlich gar nicht an der WM dabei ist) blieb mir nur noch im Vorbeigehen ein kurzes “Daumen-hoch!”. Warum ziehe ICH mein SvFF-Shirt eigentlich nicht an?

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Jun 24

Fussball-WM ohne Schweden. Irgendiwe ein komisches Gefühl. Irgendwie hatte ich mich schon so schön an die Aufreger mit der Senioren-Gurkentruppe rund um Trainer Lagerbäck gewöhnt.

Ich erinnere mich an den Jahrhundert-Sommer 1994. Mein erster und bisher einziger ganzer Sommer in Schweden. Bei durchschnittlich 30° im Schatten und einem beflissentlich mit Karton abgeschatteten Fernseher im Garten. Norrlands Guld in der einen und die Snusdose in der anderen Hand. Stars wie Dahlin, Brolin und wie sie alle hiessen. Und sogar All-Time-Favourite Henke Larsson war schon dabei. Damals noch mit Zottel-Rasta.

Nun denn. Lagerbäck hat mittlerweile sein Unglück in Nigeria gesucht. Und wir haben wenigstens die Hochzeit von Victoria und ihrem Daniel (und natürlich Mitsommar) zum Anlass genommen, um neben unserer abartig überdimensionalen Schweizerfahne die kleine “Fassadflagga” rauszuhängen.

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Apr 26

Natürlich freuen wir uns immer, wenn mein Schwiegervater uns mit seiner Lebenspartnerin besucht. Sie sind beide äusserst beliebt bei unseren Kindern und Sören pflegt uns jeweils mit einer kreativen Schreinerarbeit zu überraschen.

Als sie dann vorletzten Sonntag abreisen wollten, wurde bereits am Samstag Tatsache was schon vorher befürchtet wurde: Eyjafjallajökull machte den Reiseplänen von Sören und Anita einen aschigen Russstrich durch die Rechnung. Nun ja, sie sind ja beide pensioniert, haben bei uns ein warmes Dach über dem Kopf (im Gästekeller mit eigenem Eingang), ständig genug zu Essen und jede Menge Unterhaltung durch unsere Kinder. Mein Vater hat sogar angeboten, dass sie sich ein paar Tage frei in Grindelwald in der Ferienwohnung niederlassen könnten. Pustekuchen. Undenkbar! Ohne wenigstens im Viertelstundentakt bei SAS anrufen zu können und im schwedischen Fernsehen SVT World im Stundentakt per Teletext über die neusten Entwicklungen (die zwar nur alle 8h erneuert wurden – abar man kann ja an eine Wand reden…) informiert zu sein?

Wie sich das alles noch im Alltag geäussert hat möchte ich hier mit Rücksicht auf die Persönlichkeitsrechte der beiden nicht tiefer erörtern. Am Montag wurde der Luftraum wieder freigegeben, am Dienstag haben sie dann ein Ticket ergattert und am Donnerstag sind sie dann jedenfalls glücklich via Kopenhagen wieder nach Hause geflogen. Puuh – gerade noch rechtzeitig für den Bridge-Abend  ;-)   .

Übrigens: Dieses Jahr hat er einen Treppenabsatz in das Gartenbord gebaut, welche zum hinsitzen, Kaffee trinken und Zeitung lesen dient und uns ein Wenig an die alte Treppe in Vadstena erinnern soll. Bilder später.

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