Apr 10

Bin grad an der Curling WM in Cortina und schreibe für die Solothurner Zeitung. Nix Grossartiges. Nur für den Regionalsport. Weil doch fast alle aus dem Schweizer Team Solothurner sind. Aber es ist halt schon spassiger, überall im Stadion herumkurven zu können, ohne dass man für alles zahlen muss und ohne dass einen irgendwo aufhält  ;-)

Die Schweden sind schon draussen und die Schweizer auch. Gibt also nur noch wenig Freude für die Fans. Ab sofort fanen wir für die Norweger und ihre Hosen! Heja Norge!

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Mar 15

Meine geliebte Livecam ist weg…

Das Tor zur fast-heimatlichen Zweitwelt. Die emotionale Verbindung zur Verwandtschaft. Die Möglichkeit zum nachfühlen des Tages aus der Ferne. Einfach weg.

Na ja, ich muss zugeben, ich war auch schon ein paar Monate nicht mehr drauf. Ist ja auch immer dunkel im Winter…

Fehlt mir trotzdem. Weiss jemand eine andere Livecam nach Vadstena?

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Mar 11

Warum sprechen so viele Schweden gut englisch und integrieren mehr und mehr englische Ausdrücke in ihrer Sprache? Weil sie des Schwedischen nicht richtig mächtg sind oder weil sie es cooler finden, englisch zu reden?

Die Schweden sprechen gar nicht so gut Schwedisch wie sie meinen. Ihre Aussprache ist von den TV-Serien und Hollywood-Blockbustern, welche im Schwedischen Fernsehen SVT ausnahmslos in Originalfassung mit Untertiteln gezeigt werden, geprägt. Ausserdem ist der Wortschatz ziemlich verkümmert und erinnert mehr an American White Trash als an British Upperclass. Das zeigen auch oft US- und britische Sportberichte, in welchen Schwedische Sportler interviewt werden.

Ich glaube, die Schweden finden es ziemlch cool, englische Expressions in ihrer Sprache einzubauen. Wenn man einem Schwedischen Webdesigner (sorry – Branchenverblödung) zuhört wähnt man sich irgendwo im Atlantik: Weder richtig Amerikanisch-Englisch noch richtig Schwedisch und irgendwie zugespült von Wortfluten. Aber nicht nur Branchenfuzzies tun das. Auch der ganz gewöhnliche alte Schwede ist dem verfallen. Oder wie lässt es sich erklären, dass Schweden in Fernseh-Strasseninterviews auf einfache geschlossene Fragen sehr oft mit “Yes” antworten, anstatt mit “Ja”?

Ich glaube sogar, dass der gewöhnliche moderne Schwede seine eigene Sprache ziemlich uncool findet. Dass es ihm/ihr an Selsbtvertrauen mangelt. Dass er/Sie nicht sagen kann: “Schwedisch – wow – welch freche frische Sprache! Lasst uns echtes Schwedisch sprechen!” – “Svenska – hej! – vilket häftigt språk!”

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Mar 10

Ein Highlight des Schwedenfernsehwinterhalbjahres ist die achtteilige Serie von Sissela Kyle über die sieben Todsünden: Sissela och dödssynderna.

Nachdem Sie über jede einzelne der Todsünden Hochmut, Gier, Neid, Wollust, Völlerei, Gleichgültigkeit und Zorn zum Schluss kam, dass alle zwar verwerfliche Charaktereigenschaften, aber letztlich doch nur menschlich seien, stimmt das Fazit im letzten Abschnitt nachdenklich: Wenn man sich nämlich die Kombination aus Hochmut, Gier und Gleichgültigkeit näher betrachtet kommt man zum Schluss, dass diese Kombination sehr wohl zum Untergang der Menschheit beitragen kann. Wirklich sehenswerte Satire mit einer gehörigen Prise Salz.

Welches sind meine sieben Todsünden? Ich habe zu Beginn mal vier zusammengebracht:

  • Nicht “Bitte” zu sagen, wenn man etwas haben möchte.
  • Nicht “Danke” zu sagen, wenn man etwas bekommen hat.
  • Gleichgültigkeit (ich weiss, ist nicht originell, eine der Originalsünden zu nennen, ist aber eben so…)
  • Einsteigen, bevor die anderen Leute ausgestiegen sind.

Welches sind Deine sieben Todünden?

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Mar 05

Jetzt, nachdem sich die Olympiaeuphorie nach Vancouver etwas gelegt hat kann man auch mit etwas Distanz auf die zwei erlebten Intensiv-Fernsehwochen zurückblicken. Im Vorfeld von Olympischen Winter- wie Sommerspielen freue ich mich immer sehr auf die exotischen (nein nicht Skifahrer, sondern) Sportarten, welche man nur selten am TV sieht und erst recht eigentlich nicht genau weiss, wie sie funktionieren. Sportliche Weiterbildung ist angesagt. Kommt noch dazu, dass man ja neue Sportler kennenlernen soll, welche diese Sportarten ausüben.

Ich erwarte also coole Kurzerichte, die Sportarten erklären,. Einige Highlights zusammengefasst aus den internationalen Wettbewerben, damit man weiss wies da so abgeht. Kurzportraits von Spielern und Athleten, damit man die Namen kennt und die Chancen einschätzen kann. Kompetente Kommentatoren, die sich lange Zeit vor dem Anlass schon mit der Materie befasst haben. Und dann spektakuläre Bilder.

Frisch wohlan, den Drücker in der rechten Hand die Kanäle durchzappt: SF2, ARD, ZDF und Eurosport. Dazwischen auch noch das Schwedische SVT World über Satellit.

SF2. Didier Cuche, Simon Ammann, Simon Ammann, Didier Cuche, dann wieder Didier Cuche und dann, man kommt nicht drum rum, Simon Ammann (zweimal). Dann, hoppla, Didier Cucher versagt *snief*. Juhui, Didier Defago. Zwischendurch Simon Ammann. Ah ja Curling: Luzi :-) müht sich ab, den Beni :-( nicht allzuoft zu korrigieren um sein Gesicht zu wahren. Was ihr nicht gelingt. Dann Simon Ammann. Noch n’bisschen Snwoboard und Skikross mit der supercoolen Stefi Buchli. Zum Glück bin ich nicht Boarder und brauch mich nicht zu schämen… Zum Schluss nochmal Simon Ammann. Ransdportarten: *gähn* nix.

ARD und ZDF: Die teutonischen Urgesteine huldigen der germanischen Überlegeneheit im Rodeln (Doppelrodeln ging ja leider an Gau Austria). Na wenigstens sieht man hier regelmässig Biathlon (immer wieder ein Highlight. Echt wahr!). Erste regelmässig gezeigte Randsportart: Eisschnellauf. Randsportarten: Pustekuchen.

Eurosport: Unglaublichwiemaneinestundeimgleichentonfallsprechenkann. Dafür ein Highlight: Curling mit echt kompetentem Kommentar (Danke Uli Kapp). Ausserdem wird zwischen verschiedenen Partien geschaltet. Super. Ansonsten: Keine Randsportarten.

Södkorea platziert sich mit 6 Gold und insgesamt 14 Medallien auf dem 5. Rang knapp vor der Schweiz. Dank Shorttrack. Und keiner merkts.

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Jan 18

Das schreckliche Erdbeben in Haiti ist ja schon schlimm genug. Da sollte man sich nicht noch über die Medien ärgern müssen.

Die Feststellung und Berichterstattung einiger (weniger) intelligenter Medien, über die missliche Infrastruktur und politischen Lage im Land und der allenthalben angelaufenen Hilfsaktionen finde ich wichtige journalistische Basisarbeit.

Dass jedoch einige minderbemittelte heimische Medien, allen voran (mir aufgefallen) unser erster amtlich bewilligter Störsender DRS3 unablässig Jagd nach statistischen Rekordzahlen machen und nicht müde werden, ständig darauf hinzuweisen, dass es möglicherweise die grösste Katastrophe seit dem St. Nimmerleinstag ist (so schnell geht der Tsunami vergessen) ärgert mich gewaltig und macht mich traurig. Geht es nur noch um Rekorde? Wäre Haiti nicht helfenswert, auch wenns “nur” eine kleineres Erdbeben wäre?

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Jan 15

Manchmal kotzt (sorry für den Ausdruck!) mich unsere schöne moderne Kommunikationswelt schon an…

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Jan 15

Tja, so ist sie also vorbei, unsere Schwedische Weihnacht. Die Dekoration hättet Ihr sehen sollen. Überdosis traditionelles Röd (Rot), Grön (Grün) und Vitt (Weiss) in allen Ecken und Winkeln des ganzen Hauses. Und überall Tomtar (Wichtel), Änglar und Stjärnor. Dazu natürlich die traditionellen Schwedischen Weihnachtsleuchter und Staffan Stalledräng durfte auch nicht fehlen.

Dazu unser traditionelles Schwedisches Weihnachtsfest mit unseren Schwedischen Freunden, damit unsere Kinder die Traditionen behalten und weiterführen, auch wenn wir hunderte Kilometer von Skandinavien weg sind.

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Nov 23

Fragst Du einen Schweden ob er gerne Milch in den Kaffee hätte, antwortet er meist mit “Ja, tack!”. So weit so gut. Keine Gefahr für sprachliche komplikationen, auch wenn keine Schwedischkenntnisse vorhanden sind.

Schwieriger wirds, wenn geringe Sprachkenntnisse zur Verfügung stehen und man danach auch noch die zwangsläufige Frage stellt, wieviel er denn gerne möchte. Dann antwortet nämlich der durchschnittliche Schwede / durchschnittliche Schwedin (ach lassen wir das mit der politischen Korrektheit) mit dem Begriff “lagom“.

Lagom? Was heisst lagom? Nun, wenn sich sogar Wikipedia damit auseinandersetzt, muss schon was merkwürdiges dahinter stecken. Ich habe nämlich noch nie eine wörtliche Übersetzung dieses Schwedischen Begriffs gefunden. Am nächsten kommt man noch mit der begrifflichen Annäherung “gerade richtig”.

Für Gesprächsstoff sorgt das Wörtlein auch auf dem Netz. Beispielsweiseise nennt sich sogar ein Take-Away-Anbieter in Deutschland “Lagom-Lunch“. Das Wörterbuch vom Schwedentor befast sich mit einer Reihe von mehr oder weniger gelungenen Übersetzungsversuchen und kommt auch nicht wiklich über ein “gerade richtig” hinaus. Auch die Autorin von “Schweden für Einsteiger“, Hiltrud Baier, nutzt den Begriff und bietet auch nicht viel mehr als ein “gerade richtig”.

Kenn jemand noch mehr solche Ausdrücke im Schwedischen?

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Nov 09

IMAG0182Ich habe mir gegenüber immer insgeheim behauptet, dass, wenn Du’s einmal namentlich in ein Kreuzworträtsel geschafft hast, Du endlich am Servelat-Promi-Zenit angekommen bist.

Nun – da werden sich meine Freunde Ursi und Alois Feger in Zukunft aber wichtig nehmen…

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