Jul 13

Na ja, diejenigen, welche meinen letztjährigen Bericht über die Vätternüberquerung gelesen haben, werden schmunzeln…

Morfar hat sein knackiges Segelboot verkauft. Zu viel Arbeit sagt er, und zum segeln sei er ohnehin zu wenig gekommen.

:-( (

Na dann gibt’s halt dieses Jahr keine Berichte von Stürmen und Seekranken Landratten…

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Jul 30

Na ja, ein wenig wolkig wars schon als wir ablegten. 15 Seemeilen vor uns und kaum eine hinter uns schloss ich die Wolkendecke und ein deftiger Wind kommt auf. Wir messen 20 Knoten Wind (ca. 10 m/s) und freuen uns auf eine steife Brise und Top-Segelwetter. Tja, 1-2 m Wellen gehören halt auch dazu und dass es einer Alltags-Landratte dabei nicht immer ganz gut geht bringen die so mit sich.

5 Seemeilen später beginnt es zu regnen. Glücklicherweise hat Good Old WillyWeb sein GPS programmiert. Und das zeigt ja den Weg so schön mit einem grossen Pfeil. weitere 3 Seemeilen später sehen wir durch den feinen Landregen DIE WAND auf uns zukommen. Leichte Donner hatten wir schön früher gehört und professionell ignoriert. Nun aber als die Blitze keine 2 Seemeilen vor uns ins Wasser schlagen wurd uns schon mulmig. Und da ist sie, die Wand. Hagel würde ich es zwar nicht direkt nennen, aber nach nur 1 Minute waren Morfar und ich bis auf die Unterhosen durchnässt. Das Thermometer sinkt von 21 auf knapp 15 Grad. Zwar schlägt der Blitz nicht in unseren Mast, dafür gleich über unseren Köpfen im Himmel zusammen.

Kaum ist die erste Wand durchfahren und wir sehen endlich wieder Land kommt die zweite Wand und wir verabschieden und zumindest visuell wieder von der Küste. Die Segel werden endgültig alle gerafft. Mein GPS zeigt unmissverständlich nach Steuerbord doch Mofrar bringt seine ganze Erfahrung als Seebär ein und weiss, dass sich sein Seefahrer-Instinkt NIE täuscht. Nach 2 Seemeilen zu weit nach Süden lässt sich auch Morfar überzeugen, dass wir am Ziel vorbeigefahren sind und wir gehorchen dem kleinen gelben Garmin etrex demütig.

RRRumms! und nochmals rrums! 4 Mal laufen wir auf Steingrund auf und erst später sehen wir auf der Seekarte dass da tatsächlich auf 1.5 m ein Fels liegt. Seekartenstudium ist nicht des Kapitäns Sache… Macht nichts – wir sind immer noch voll beschäftigt mit dem zweiten Gewitter.

Nach einem kurzen Panik-Telefongespräch mit Land fassen wir neuen Mut und nehmen die letzten Meilen in Angriff. So schnell haben wir nach anlegen wohl noch nie die Segel verpackt und verzurrt. Noch auf dem Boot einen Sieges-Whisky, Kleider trocknen, und dann ein Bier in die nasse Seele geschüttet.

Da sind wir hingesegelt: Google Maps

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Jul 30

Endlich gehts ab. Nachdem wir gestern nur 1 Stunde auf Wasser waren und die Segel getestet haben werrden wir nun die rund 15 Seemeilen von Vadstena nach Granvik unter den Kiel nehmen. Wind hats zwischen 10 und 15 m/s, sollte also genügen, um die Segel setzen zu können. Hoffentlich kommt zwischendurch auch noch eine steifere Brise auf, dann wirds richtig lustig!

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