Aug 09

Na ja, ich kanns mir nicht verkneifen. es muss noch ein letzter Teil in meine Trilogie über Badezimmer in Schweden. Diesmal zwar keine Episode über Raumenge und IKEA-Philosophie, dafür über Historie.

Mårten Skinnare war als Kaufmann im 16. Jahrhundert einer der reichsten Schweden überhaupt. Es finanzierte einen grossteil der Feldzüge von König Gustav Vasa, natürlich nur um im Gegenzug die Schürfrechte an wichtigen Silber- und Kupferminen zu erhalten. Er gilt auch als Gründervater des Birgitta-Krankenhauses in Vadstena. Dieser clevere Neureiche baute sich in Vadstena ein Haus, welches seinesgleichen in derjenigen Zeit sucht, eben Mårten Skinnares Hus.

2009-07 Sverige_ 099In diesem Haus befindet sich eine der ältesten erhaltenen Toiletten Schwedens und somit auch (Zitat Tourist-Office) eine der meist-fotografierten Toiletten Schwedens. Tatsächlich macht der kleine Touristen-Bimmelzug extra einen kleinen Umweg, um an der Toilette vorbeifahren zu können

Mårten war überzeugter Katholik. Das war sein Fehler. Er fiel beim Reformatoren-König Gustav Vasa in Ungnade. Und damit wars auch vorbei mit vielen seiner Privilegien.

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Aug 04

Hier nochmals ein einzigartiges Exemplar einer fantasievollen Dusche: Die Platzverhältnisse in der Einzimmerwohnung, welche mein Schwiegervater vermietet (übrigens auch gerne an Touristen…!) lassen die parallele Existienz einer Dusche, einer Toilette und eines Handwaschbeckens einfach nicht zu.

Die Lösung: Das Handwaschbecken ist an einer schwenkbaren Wand angebracht. Der Wasserhahn ist gleichzeitig auch Duschbrause.Will man Duschen, entriegelt man einfach die schwenkbare Wand und schwenkt sie nach innen. Eine Aussparung schiebt sich über die Kloschüssel und der Wasserhahn wird versetzt. Jetzt nur noch die Türe zu und fertig ist die Duschkabine!

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Vergleiche auch: http://www.willyweb.ch/blog/2009/08/fantasievolle-badezimmer/

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Aug 02

Schwedische “Stugor” (ausgesprochen “Stügur”), also Sommerhäuser, Hütten, Ferienhäuser, Bungalows oder wie wir sie immer nennen wollen, sind in der Regel recht eng und nutzen jeden cm2 konsequent aus. Möglicherweise hat das auch mit der Marketingidee des Platzausnützens bei IKEA zu tun.

Wo der Mensch aus der Funktion und dem individuellen Körpervolumen gegeben recht viel Platz braucht, in den Stugor jedoch in der Regel recht wenig zugeteilt ist, ist das Badezimmer. Die Schwedischen Nasszellen sind grundsätzlich nicht mit dem Standard in der Schweiz oder in weiten Teilen Deutschlands zu vergleichen. Die in der Schweiz standardisierten sogenannten “Duschtassen“, also die emailierten Wannen mit verchromtem Abfluss, sind gänzlich unbkannt oder zumindest sehr selten. Meist ist einfach der Boden mit einem wasserdichten PVC-Boden ausgekleidet und einem Plastik-vergitterten grossflächigen Abfluss versehen. Der Boden ist zum Abfluss hin dann leicht abgesenkt, manchmal ist auch eine leichte Vertiefung festzustellen. In vielen Fällen ist die Dusche dann doch mit einem Vorhang eingekleidet, um die schwerwiegendsten Spritzschäden zu vermeiden.

Doch nun zur Toilette. Die spielt im Badzimmer-Konzert die letzte Geige. Und so erlebte ich es auch in einer verhältnismässig grosszügigen Stuga in Granvik. Die Toilette ist so verschämt in die Ecke gestellt, dass es sich schlicht nicht rechterellenbogenschmerzfrei setzen lässt. Sitzt man jedoch endlich, ist man so sicher in Abrahams Schoss wie in einem Formel1-Sitz.

IMAG0053Einzigartig dabei ist, dass ich während der körperlichen Versäuberung ohne mir einen einzigen Wirbel auszuränken oder die halbe Rolle abzurollen und mir unter die Nase zu führen brauche, problemlos die Anzahl Löcher, welche für eine saubere Klopapieperforation notwendig sind, auszählen kann. Es sind 47. Wenigstens bei Schwedischem Standard-Ökopapier.

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